Seit Mitte der neunziger Jahre beschäftigen wir uns in unserem Gymnasium mit der Ich-Stärkung in der Sekundarstufe I. Im Vordergrund steht die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler.
Seit März 2007 arbeiten wir im Religionsunterricht sowie im parallel angebotenen Unterrichtsfach Praktische Philosophie in den Jahrgangsstufen fünf bis acht mit dem Programm „Erwachsen werden" und in der Jahrgangsstufe neun zum Thema „Zivilcourage".
In den Jahrgangsstufen sieben und neun findet im Rahmen der Ich-Stärkung zusätzlich ein erlebnispädagogischer Vormittag in Zusammenarbeit mit unserem Schulsozialarbeiter statt.
Dieses Programm beinhaltet folgende Themen:
- Die Mitschülerinnen und Mitschüler besser kennen lernen
- Gefühle verstehen und angemessen mit ihnen umgehen
- Das Selbstvertrauen und die Fähigkeiten zur Kommunikation stärken
- Freundschaften verbessern und Gruppendruck standhalten
- Sich kritisch mit Versuchungen z.B. durch Werbung oder Suchtmittel auseinander setzen
- Sich Ziele für ein erfolgreiches Leben setzen
Ziel dieses Programms ist, die Schülerinnen und Schüler weiterhin in ihren Kompetenzen zu stärken wie z.B. Konflikte zu lösen, eigene Entscheidungen unabhängig vom Gruppendruck zu treffen oder Nein sagen zu können zu Alkohol und anderen Suchtmitteln.
Seit vielen Jahren bieten wir den Schülerinnen und Schülern einen erlebnispädagogischen Tag in Zusammenarbeit mit unserem Schulsozialarbeiter in der Jahrgangsstufe sieben an, der im ersten Halbjahr des Schuljahres im Anschluss an die Unterrichtsreihe „Selbstvertrauen" stattfindet.
Die Erlebnispädagogik bietet eine gute Möglichkeit, eigene Stärken und Schwächen zu erkennen, Anerkennung von außen zu erfahren und Verantwortung zu übernehmen.
Die meisten Aktivitäten dieses Projektes sind so ausgelegt, dass die Schülerinnen und Schüler sich gegenseitig helfen müssen, um ihre Ziele zu erreichen. Sie beginnen so den Wert der Unterschiedlichkeit in der Gruppe zu schätzen. Gleichzeitig wird die gegenseitige Unterstützung als wertvolle Erfahrung erlebbar. Die Möglichkeit mit anderen zu handeln, ihre Talente und Ideen zu nutzen und zu verarbeiten, ist eine wesentliche Qualifikation.
Ziel des Projektes ist die Förderung individueller Fertigkeiten und die Fähigkeit zu zwischenmenschlicher Kooperation und Kommunikation in der Gruppe sowie im Klassenverband.
Verantwortung für sich und andere übernehmen ist ein Ziel der Ich-Stärkung in den Jahrgangsstufen fünf bis acht. Wie sieht das im Alltag aus, wenn ich wahrnehme, dass Unrecht geschieht- z.B. auf dem Schulhof, im Schulbus, in meinem Verein,...? Soll ich eingreifen? Wie kann ich reagieren? Deshalb arbeiten wir aufbauend zum Programm „Erwachsen werden" in der Jahrgangsstufe neun zum Thema „Zivilcourage".
In dieser Unterrichtsreihe erleben die Schülerinnen und Schüler verschiedene Situationen von Gewalt, formulieren Reaktionen auf Gewalt, lernen Zivilcourage kennen und üben in gespielten Situationen eigene Verhaltensweisen ein und reflektieren diese.
Ziel der Ich-Stärkung in der Sekundarstufe I ist die individuelle Förderung der eigenen Kompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler innerhalb und außerhalb von Schule.
Bettina Henneböle-Haffert
