Auszeichnung zur Referenzschule

In einer kleinen Feierstunde wurde das Gymnasium Harsewinkel am 05.07.2016 offiziell von den beiden Vertreterinnen der Bezirksregierung Detmold, Andrea Kleist und Annette Hellmann, zur Referenzschule im Netzwerk "Zukunftsschulen NRW" ausgezeichnet. In dem geplanten Netzwerk mit Partnerschulen aus der Region wird es inhaltlich um einen systematischen Austausch von Erfahrungen und Konzepten zur Beschulung von zugewanderten Kindern und Jugendlichen gehen.

Zu diesem Thema wird das Gymnasium ab dem Schuljahr 2016/17 einerseits in einem kommunalen Netzwerk mit allen Harsewinkler Schulen (Grundschulen und weiterführende Schulen) zusammenarbeiten, um pädagogische Konzepte aufeinander abzustimmen, Übergänge zwischen den Schulen reibungslos zu gestalten und gemeinsame Integrationskonzepte umzusetzen. Die vielfach bewährte enge Zusammenarbeit der Schulen in Harsewinkel im Sinne der Entwicklung einer kommunalen Bildungslandschaft kann auf diese Weise auch dazu beitragen, die mit der Zuwanderung von Kindern und Jugendlichen entstehenden Aufgaben anzugehen und die damit verbundenen Chancen zu nutzen.
Andererseits wird das Gymnasium Harsewinkel im Rahmen des Projekts „Zukunftsschulen" mit anderen Gymnasien im Regierungsbezirk Detmold kooperieren, die vor ähnliche Aufgaben in der Beschulung von Flüchtlingskindern gestellt sind.
Am hiesigen Gymnasium werden - wie bereits mehrfach berichtet - mehr als 45 Schülerinnen und Schüler, zumeist Flüchtlinge, beschult. Sie sind zwischen 10 und 18 Jahre alt und bringen unterschiedlichste Lernerfahrungen und Vorkenntnisse mit. Während einige in ihrem Heimatland nur Monate vor ihrem Schulabschluss standen und sich Hoffnungen machten, bald studieren zu können, ist das Gymnasium für manche andere die erste Schule, die sie kennen lernen.
Das Gymnasium steht vor der Aufgabe, ihnen im Laufe von durchschnittlich zwei Jahren so viel Deutsch zu vermitteln, dass sie anschließend an einer für sie geeigneten Schule am regulären Unterricht teilnehmen und dort einen möglichst guten Abschluss erwerben können. Daneben sollen sie natürlich auch gut integriert werden und sich an die Gegebenheiten des Lebens in Deutschland anpassen können.
Diese Aufgaben stellen das Gymnasium vor eine völlig neue Situation - aber das gilt auch für viele andere weiterführende Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen und den anderen Bundesländern.
Daher liegt es nahe, die Kooperation zwischen den Schulen zu fördern, wozu die Entstehung des „Netzwerks" ein wichtiger Baustein sein soll. Die teilnehmenden Schulen verpflichten sich, zu drängenden Fragen, wie z.B. der nach der möglichst individuellen Förderung der einzelnen Schüler, der angemessenen Bewertung ihrer Leistungen oder der möglichst reibungslosen Einbindung in den Unterricht der „Regelklassen", Ideen und Konzepte zu entwickeln, sie regelmäßig auszutauschen und damit auch andere Schulen zu unterstützen.

Bild von links nach rechts: Dorothee Gelfort-Prien und Kristina Nettelnstroth (Steuergruppe), Valérie von Rüden (Integrationsteam Willkommensklassen), Andrea Kleist (Bezirksregierung Detmold) und Lambert Austermann (Schulleiter)